01/02/2026
„Alter. Das ist Schnee. Raff dich.“
„Digga. Steh einfach hin.“
„Boah, du gehst mir so auf den Sack.“
Sonntagnachmittag.
Man nehme einen größeren Einstellstall freier Wahl.
Heute trifft es mich irgendwie wie ein Schlag:
Ich mache einen Schritt raus aus meiner Bubble, trainiere mein Trainingspferd am Wochenende-
und lande mitten in einer Horde schlecht gelaunter Pferdemenschen.
Rumgezerre ohne Klarheit. Genervtes Augenrollen, wenn das Pferd tatsächlich seinen Instinkten folgt,
weil der Mensch keinerlei Sicherheit bietet.
Mir wird ein bisschen schlecht.
Gleichzeitig muss ich schmunzeln.
Wie kann man sich in seiner selbst gewählten Freizeit so stressen?
Woher kommt dieser Umgang?
Wer gestresst ist, ist wichtig?
Wer unterbuttert, gehört dazu?
Wenn so Dazugehören aussieht, bleibe ich lieber Außenseiter.
Ich entscheide mich lieber für Verantwortung, auch wenn sie unbequemer ist.
Ganz ehrlich? Ich bin auch manchmal genervt. Ein Tag voller Pferde kann anstrengend sein. Gerade bei den aktuellen Temperaturen, wenn Trainingserfolge plötzlich nicht mehr da sind oder ich über den Tag mal wieder zu wenig getrunken habe.
Dann gehe ich in mich. Frage mich, was ich gerade brauche, um den restlichen Pferd-Mensch-Paaren fair zu begegnen.
Genau das ist für mich die Basis jeder Arbeit am Tier:
Reflexion innerhalb der eigenen heutigen Möglichkeiten, Selbstregulation und Achtsamkeit.
Und genau hier zeigt sich für mich immer wieder:
Oft liegt der Ansatzpunkt nicht beim Pferd, sondern beim Menschen.
Manches lässt sich nicht im Unterricht oder Training lösen, weil es tiefer geht als Technik oder Timing.
Deshalb begleite ich Pferdemenschen inzwischen auch über das reine Training hinaus– in Coachings rund um Stress, Unsicherheit und Angst am Pferd.