19/11/2019
Die Angst reitet mit!?
Angst…..
Ein totgeschwiegenes Thema unter Reitern…
Dabei gibt es viel mehr Reiter mit Ängsten, als man denkt.
Sei es nach einem schlimmen Sturz, nach einem Angriff durch das (eigene) Pferd oder weil man eine traumatische Situation miterlebt hat, die Ursache von Ängsten sind vielfältig. Genau so vielfältig, sind auch die Reaktionen, die wir Menschen darauf haben.
Wie schauen diese denn so aus?
Da ist der Reiter, der nur noch auf dem Platz/Halle reitet. Die Stallkollegin, deren Pferd ständig „krank“ ist und aus den verschiedensten Gründen ihr Pferd „leider nicht reiten kann“. Die Frau aus dem Nachbarstall, die den 20. Bodenarbeitskurs macht und irgendwie nie auf ihrem Pferd zu sehen ist, der „Reiter“, der sein Pferd in einem tollen Stall stehen hat und mit Hingabe füttert und streichelt, aber nie etwas mit seinem Pferd arbeitet…. Und und und. Die Aufzählung ist natürlich nicht abschließend.
Das Schlimme an dieser Angst ist, sie wird immer schlimmer!
Je weniger sich man zutraut, desto weniger wird man mit seinem Pferd machen und desto mehr wird man die kritischen Situationen meiden. Was dann dazu führt, dass man das nächste Mal sich noch weniger in diese Situation begeben möchte. Ein Teufelskreis!
Und dann setzt das Kopfkino ein.. Ich kann es mir nicht erlauben, mich zu verletzen und auszufallen, ich habe Verantwortung (Job, Kinder, Partner,…)
Aber was ist denn diese Angst?
Angst ist total toll!
Wie bitte???? Was soll an meiner Angst denn so toll sein, werden sich jetzt einige fragen.
Doch tatsächlich, Angst bewahrt uns davor, Dinge zu tun, die unser Unterbewusstsein als gefährlich einstuft.
Reiten auf Pferd X ist gefährlich, weil Sturz = Schmerzen, Verletzungen…
Also lieber mal lassen, sagt unser Unterbewusstsein und reagiert mit Zittern, Schweißausbrüchen, Kältegefühl, Übelkeit,Schwindel, Herzrasen, Atemnot usw….
Ergebnis: Du lässt das Reiten = Sicherheit! ES passiert Dir nix! Puhhh, noch mal davon gekommen.
Jetzt könnte man sagen: Na gut, Reiten ist kein (über-)lebensnotwendige Tätigkeit, dann lass es halt!
Äh nein, denn erstens MÖCHTE ich ja Reiten, denn ich würde es ja lieben, wenn ich nicht diese verflixte Angst hätte und zweitens liebe ich mein Pferd und möchte es eigentlich nicht hergeben.
Das richtig fiese ist aber, Ängste haben die unangenehme Eigenschaft, wenn sie nicht bearbeitet werden, sich auf andere Lebensbereiche auszudehnen.
Zur Klarstellung, ich spreche hier nicht von dem unangenehmen Bauchgefühl, das sich vielleicht einstellt, nachdem ich unfreiwillig von meinem Pferd abgestiegen bin und wieder aufsteige, nein ich spreche von richtiger ANGST!!!
Diese Angst schränkt uns massiv in unserem Leben und Wohlbefinden ein. Sie kann so dominant werden, dass sich Deine Gedanken nur noch um diese Angst drehen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen…
1. Ich gebe mein Hobby auf und werde nie wieder etwas damit zu tun haben! Gute Idee, nur wirst Du dann später mit sehnsüchtigem Blick Reitern hinterherschauen und Dich gedanklich in den Hintern beißen, weil Du es nicht wenigstens probiert hast, das Problem zu lösen!
2. Ich versuche mich durchzubeißen und arbeite hart an mir selbst und meinem Pferd. Das ist eine Möglichkeit, die auch funktionieren kann. Nur dauert diese Methode recht lange und man neigt dazu, sich selbst in die Tasche zu lügen.
3. Ich suche mir Unterstützung bei meinem Vorhaben! Das kann eine gute Freundin sein, die Erfahrung mit Pferden hat und mich begleitet, oder ein Trainer, der Erfahrung mit diesen Problemen hat und mit mir professionell daran arbeitet.
Kennst Du Ängste rund um das Thema Reiten/Pferd? Schreibt mir doch Eure Erfahrungen unten in die Kommentare.
Wenn ihr mehr zu dem Thema wissen möchtet, Unterstützung sucht oder einfach mal darüber reden wollte, schreibt mir einfach eine Nachricht.