Hippofit-Pferdetraining Inga Höfener

Hippofit-Pferdetraining Inga Höfener Pferdegerechtes Training ist angewandter Tierschutz! Mehr Abwechslung und Spaß im Training.

02/09/2026
28/08/2026

Time is cash – über den Wert einer guten Pferdeausbildung

Früher wurden Pferde als Arbeitstiere eingesetzt, um Äcker zu pflügen, Kutschen zu ziehen oder Menschen im Krieg zu dienen. Gleichzeitig galten sie als Prestigeobjekte. Nicht selten hing die wirtschaftliche Existenz einer Familie von ihnen ab. Dementsprechend besaßen Pferde einen hohen Stellenwert.

Auch damals waren Pferde teuer. Deshalb wurde großer Wert auf ihre Ausbildung gelegt – unabhängig davon, ob sie als Zug-, Arbeits- oder Militärpferde eingesetzt wurden. Eine sorgfältige Ausbildung erforderte Zeit und Geld, erhöhte jedoch die Verlässlichkeit und Einsatzfähigkeit des Pferdes. Sicherlich waren auch die damaligen Haltungs- und Ausbildungsmethoden nicht immer vorbildlich. Dennoch waren Pferde aufgrund ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung wertvolle Tiere.

Heute werden Pferde überwiegend im Sport- und Freizeitbereich eingesetzt. Viele Besitzer lieben ihre Tiere und investieren viel in deren Wohlergehen: in artgerechte Haltung, eine gute Ausbildung von Pferd und Reiter, passende Sättel, hochwertiges Futter und eine geeignete Ausrüstung. Erfreulicherweise hat sich in diesem Bereich viel verändert. Immer mehr Menschen beschäftigen sich intensiv mit pferdegerechter Haltung und Ausbildung und hinterfragen traditionelle Methoden.

Dennoch ist die Pferdewelt keineswegs immer idyllisch. Pferde und Fohlen werden teilweise unter schlechten Bedingungen transportiert oder geschlachtet. Wirtschaftliche Interessen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Auch im professionellen Pferdesport steht häufig die Leistung im Mittelpunkt. Pferde sollen funktionieren und sportliche Erfolge ermöglichen. Bei hochklassigen Springturnieren beispielsweise kommen teilweise aufwendige Gebisse und andere Hilfsmittel zum Einsatz, um die Pferde kontrollieren zu können. Zwar gibt es auch im Profisport zahlreiche positive Beispiele, dennoch bleiben problematische Methoden sichtbar. Das Streben nach immer höheren Leistungen kann dazu führen, dass Pferde, die die Erwartungen nicht erfüllen, schnell ersetzt werden.

Diese Entwicklung beschränkt sich nicht auf den Profisport. Auch im Freizeitbereich werden professionelle Vorbilder teilweise unkritisch nachgeahmt. Gleichzeitig setzen sich erfreulicherweise immer mehr Pferdehalter kritisch mit fragwürdigen Trainingsmethoden und Hilfszügeln auseinander.

Der Traum vom eigenen Pferd ist heute für vergleichsweise viele Menschen erreichbar. Der Anschaffungspreis soll dabei häufig möglichst niedrig sein. Gleichzeitig sind die Erwartungen an das Pferd – insbesondere an ein Freizeitpferd – oft sehr hoch. Problematisch wird es, wenn das Tier diesen Vorstellungen nicht entspricht.

Natürlich ist es grundsätzlich nicht verwerflich, ein Pferd zu verkaufen. Ein Besitzerwechsel kann für Mensch und Tier sogar die beste Lösung sein. Problematisch wird es jedoch, wenn der Verkauf lediglich als bequemer Ausweg betrachtet wird. Bockt das Pferd, zeigt unerwünschtes Verhalten oder leidet es an Erkrankungen wie Arthrose, Hufrollenproblemen oder Kissing Spines, stellt sich schnell die Frage, ob sich weitere Investitionen noch „lohnen“. Ein nicht mehr reitbares Pferd wird dann leicht als nicht mehr verwendbar angesehen.

Dabei kostet eine gute Ausbildung selbstverständlich Zeit und Geld. Diese Investition kann sich jedoch langfristig auszahlen. Es geht nicht darum, möglichst anspruchsvolle Lektionen zu beherrschen oder immer schneller, höher und weiter zu kommen. Entscheidend ist vielmehr eine solide, pferdegerechte Ausbildung, die dazu beiträgt, einen gesunden und verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben.

22/08/2026

Auch DAS ist Tierquälerei

Wenn man Leute fragt, was denn Tierquälerei in der Pferdehaltung ist, dann kommen da so die Standardsachen. Rollkur, Boxenknast, Schläge, Doping, Vernachlässigung. Das ist so ein gemeinsamer Konsens, an dem es eigentlich nicht viel zu rütteln gibt. Denn das sind auch Sachen, die Laien verstehen und grob erkennen können. Entsprechend fallen diese Sachen auch eher auf, als die, die ebenfalls Tierquälerei sind - aber eben die anderen Leute gar nicht so zu Gesicht bekommen. Und die sind genauso schlimm wie die oben genannten Sachen. Aber selbst Reiter ignorieren sie manchmal oder bemerken sie nicht. Das finde ich schon krass. Stumpfen sie ab? Oder bemerken sie nicht, was sich unter ihrer Nase abspielt? Ich bastle euch gleich mal ein paar fiktive Beispiele. Und ihr werdet alle sagen: Ja, das ist Tierquälerei. Nur bemerkt die kaum jemand. Und warum? Weil diese Sachen mittlerweile so alltäglich geworden sind, dass die einfach gar nicht mehr wahrgenommen werden. Dabei sind sie genauso Tierquälerei, wie Rollkur.

Uschi hat zum Beispiel ein Pferd. (Sorry, Uschis, ihr müsst heute mit eurem Namen herhalten). Uschi hat leider nicht so viel Ahnung, aber bei der Rettungsseite: Samtnasen zu Vermitteln hat sie sich in Pony Pummel verliebt und deswegen hat sie Pony Pummel, nachdem sie ihren Mann bekniet hat, den doch zu retten. Die Kohle war knapp, Pony Pummel sieht weder den Tierarzt noch den Hufschmied, bräuchte beides aber dringend. Weil Pony Pummel aber geliebt wird, wird diese Tierquälerei einfach ignoriert. Anderes Beispiel? Karls kleine Reitschule, Pferd Pepper lahmt schon seit drei Jahren, denn Pepper ist was älter. Hat der Tierarzt draufgeschaut (als er vorbei gegangen ist), der Pepper muss sich nur einlaufen. Außerdem kaut er sein Futter nicht mehr richtig. Zahnarzt? Braucht der Pepper nicht, die anderen Pferde brauchen auch keinen, warum dann der Pepper. Währenddessen lernen Kinder auf Pepper reiten. Pepper ist ein nettes Pferd. Auch wenn er Schmerzen hat.

Und da ist noch die Bettina, die hat ihr Pferd schon jahrelang und das hat immer denselben Sattel. Hat schließlich immer gepasst, hat sie schon mit dem Sattel übernommen. Bettina fällt zwar mit dem Sattel immer nach vorn und das Pferd hat schon weiße Stellen am Widerrist, aber die Bettina kann reiten. Außerdem verbittet sie sich die Einmischung von denen, die noch Grün hinter den Ohren sind und ihrem Pferd Taktfehler vorwerfen. Nebendran wohnt der Udo, der Udo kommt alle dreihundert Jahre mal vorbei, wenn die Sonne schön scheint und dann wuchtet er seinen Prachtkörper auf seinen Tinker, der ansonsten nur rumsteht und geht mit dem drei Stunden in der Lüneburger Heide galoppieren. Anschließend kann sich der Tinker zwar nicht mehr richtig bewegen, aber das kriegt Udo ja nicht mit, weil er vor einer imaginären Frist von mindestens drei Monaten, eh nicht wieder in den Stall kommt. Der Tinker bekommt nie Heu oder irgendwas (weil das Geld kostet) und starrt traurig aus seiner Box, in der er halt wohnt, wenn er nicht auf die Weide geht. Aber bald kommt ja der Udo wieder. Wird super!

Es gibt ganz viele Beispiele im Kleinen, die Tierquälerei sind. Falsche Reitweisen, die komplett gegen jedwede Biomechanik gehen, spontane Selbstraspelei ohne Ahnung an Pferdehufen, aber auch Pferde, die zitternd irgendwo stehen, deren Besitzer der Meinung sind - die brauchten noch nie ne Decke, fang ich jetzt gar nicht erst mit an! Ignorierte Krankheiten, das mit Niveau eingeschmierte Ekzem, wo das Pferd sich zu Tode juckt - es gibt ganz viele Arten, mit Pferden schlecht umzugehen. Und mitnichten sind das nur die Fälle, wo dann ein abgemagertes Tier traurig auf einer Weide allein steht oder im Sport ein Pferd Blut am Maul hat. Die Sachen, die ich gerade beschreibe? Die begegnen einem in Ställen so häufig, dass man gar nicht weiß, was man eigentlich noch machen soll. Außer natürlich eins: Man soll es besser machen.

Foto: Sir Mampf.

16/08/2026

TAUSCHE CHAOS GEGEN KONZEPT. 🐴
Weißt du noch, was du vor drei Wochen mit deinem Pferd gemacht hast?
Wenn ja, gehörst du wahrscheinlich schon zu den wenigen Menschen, die wirklich einen Plan haben.
Und genau dieser Plan ist ein entscheidender Teil der Beziehung zu deinem Pferd.
Wir Menschen lieben unsere Pferde. Manchmal sogar mehr, als es ihnen guttut. Denn Liebe allein ersetzt kein sinnvolles Training.
Ein Trainerkollege, Erich Busch, sagte einmal einen Satz, der bei mir hängen geblieben ist:
„Tausche Chaos gegen Konzept.“
Pferde lieben Klarheit. Sie merken, wenn der Mensch weiß, was er tut, warum er es tut und was heute auf dem Programm steht. So können sie sich auf die Arbeit einstellen – körperlich und mental.
Genau nach diesem Grundsatz arbeiten wir seit 23 Jahren: mit einem klaren Zeitkonzept, Intervalltraining und definierten Trainingstagen.
Doch eine Frage wird für viele Pferdebesitzer immer schwieriger:
Was soll aus deinem Pferd eigentlich einmal werden?
Ohne ein klares Ziel fehlt dem Training die Richtung.
Und eines dürfen wir dabei nicht vergessen:
Muskeln kann man nicht hinstreicheln oder hin therapieren.
Therapie kann wichtig und wertvoll sein. Sie begleitet und unterstützt. Aber wie Matthias Baumann, Olympiasieger von Seoul 1988 und Tierarzt, einmal treffend sagte: Das sind flankierende Maßnahmen zum Training.
Wenn du dein Mindset veränderst und deinem Pferd mit einem klaren Konzept begegnest, verändert sich auch eure Zusammenarbeit.
Weniger Chaos. Mehr Konzept. Mehr Klarheit fürs Pferd.
Michael Geitner & Alexandra Schmid
Shop Michael Geitner

Adresse

Bielefeld
33602

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