01/02/2026
„Klassisch-Barock“, - Die neue-alte Reitweise
Die klassisch-barocke Reitkunst findet ihren Ursprung im frühen 16. Jahrhundert. Mit dem Wandel
der Kriegsführung verloren die schweren Ritterpferde zunehmend ihre militärische Bedeutung.
Militärische Veränderungen führten zu einer geringeren Anzahl eingesetzter Pferde sowie zu einer
kontrollierten und verfeinerten Reitweise.
Die Reittechniken der „niederen und hohen Schule“ wurden zunehmend von Königen und dem Adel
als Prestigeobjekt genutzt. Zu Repräsentationszwecken diente die elegante Reitkunst dazu, Status,
Bildung und kulturelle Raffinesse zu demonstrieren.
Im Laufe der Jahrhunderte und mit dem Wandel der Kulturen fanden diese traditionellen Reitlehren
Eingang in die königlichen und staatlichen Hofreitschulen Europas sowie in den Zirkus, wo sie
teilweise bis heute einem Publikum präsentiert werden.
Mit der Gründung der FN im Jahr 1905 und der fortschreitenden Modernisierung der
Heeresdienstvorschrift H. Dv. 12 (1937) für die Kavallerie, insbesondere im Zusammenhang mit dem
Ersten und Zweiten Weltkrieg, sowie mit der Gründung der FEI als Dachverband der internationalen
Sportreiterei, wurden viele alte und für die Gesundheit des Pferdes wertvolle Lektionen vereinfacht
oder gerieten in Vergessenheit.
Ende des 20. Jahrhunderts gelang es Herrn Richard Hinrichs, der klassisch-barocken Reitkunst in
Deutschland unter dem Dachverband der FN erneut Raum und Anerkennung zu geben.
Die wichtigsten Prinzipien dieser Reitweise basieren auf einer langsamen, akribischen Ausbildung,
einem gut ausbalancierten Sitz des Reiters sowie auf feinste, nahezu unsichtbare Hilfengebung.
Das Pferd wird dabei mit größtem Respekt unter Berücksichtigung seiner Biomechanik gymnastizierend,
systematisch und pferdegerecht bis zur Versammlung und zur hohen Schule ausgebildet. Eine
besondere Rolle spielt hierbei die sogenannte „gewichtslose Arbeit“, ohne Reitergewicht, am langen
oder kurzen Zügel sowie die Zirzensik.
Mit diesem Gedankengut züchtet die Familie Christiansen seit 2008 auf dem Gestüt Almendra in
Angeltürn eine Linie der reinen spanischen Pferde, dem Kartäuser (Cartujano).
Diese Blutlinie ist genetisch bis ins 14. Jahrhundert zurückzuverfolgen und entspricht in besonderem
Maße dem idealen Pferdetyp der klassisch-barocken Reitkunst.
Die Familie bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in diese gelebte Reitkultur mit
Vergangenheit und Zukunft respektvoll, naturnah und persönlichkeitsfördernd hineinzuwachsen, und
freut sich, dieses Wissen und Können an kommende Generationen weiterzugeben.