22/08/2022
Wichtiges Thema: an alle Hundehalter/innen. Thematiere dies auch immer wieder mit meinen Kunden.
Danke José Arce, Mensch- Hund- Therapeut 🙏
Bei Fragen dazu oder generell zur José Arce Methode stehe ich euch jederzeit gerne zur Verfügung.
www.alexandrafeller.ch
Ruhe schenken
Natürlich ist es wichtig, spazieren zu gehen und den Hund artgerecht zu beschäftigen. Doch durch zu wenige Auszeiten können auch Probleme auftreten. Empfindungen wie Stress oder Anspannung ist genau das Gegenteil von einem Gefühl der Sicherheit, das der Hund braucht, um sich wohlfühlt. Es geht ihm also einfach nicht gut, wenn er nicht genug Ruhe finden kann. Und ausruhen kann sich ein Hund nur, wenn man ihm auch die Gelegenheit gibt, zur Ruhe zu kommen.
Nicht nur Welpen brauchen Auszeiten, auch wenn die Kleinen sicher noch am meisten schlafen müssen, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Auch ausgewachsene Hunde haben ein enormes Ruhebedürfnis.
Allerdings ist es für unsere Hunde oft sehr viel schwieriger, sich in ausreichendem Maße zurückzuziehen. Das liegt auch daran, dass viele Menschen einfach unterschätzen, wie viel Schlaf ein Hund braucht. Sie denken stattdessen nicht selten, dass sie ihn eigentlich noch viel mehr beschäftigen müssten, als sie es ohnehin schon tun. Dabei bringt zu viel Aktivität einen Hund recht schnell in einen Zustand der Erregtheit. Er ist dann überdreht, angespannt, nervös und gestresst, was auch in eine ungewünschte Haltung umschlagen kann. Vor allem, wenn ein Hund von Haus aus nicht ruhig und ausgeglichen ist, wird das Problem dadurch noch verschärft.
Bedenken Sie bitte, ein Hund wird schon allein dadurch ruhiger, wenn der Mensch ihm Sicherheit schenkt und die Verantwortung übernimmt. Man schafft dadurch innerhalb der Beziehung eine natürliche Struktur, in der der Hund sich wohlfühlt. Wenn man darüber hinaus darauf achtet, den Tag so zu strukturieren, dass es dem natürlichen Rhythmus eines Hundes entspricht, ist sehr viel gewonnen. Dazu können dann bei sehr lebhaften Hunden zusätzliche Beschäftigungsangebote kommen, wie Hundesport, Radfahren oder Schwimmen. Das macht Spaß und kann dem Hund durchaus auch guttun. Allerdings sagen solche Beschäftigungsprogramme nicht immer etwas über das Verhältnis aus, das Mensch und Hund miteinander haben.
Agility und Co können das strukturierte Spazierengehen nach meiner Methode daher immer nur ergänzen, aber nie ersetzen; es ist die Basis für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung.
Es gibt wohl nirgendwo auf der Welt einen Hundebesitzer, der sich nicht einen ruhigen, sicheren und ausgeglichenen Hund und eine gute, vertrauensvolle Beziehung wünscht. Und ich wünsche mir, dass dieser Wunsch für so viele Menschen wie möglich Wirklichkeit wird.
In jedem von uns schlummern die natürlichen Instinkte, die es uns leicht machen, auf einer Ebene mit unseren Hunden zu kommunizieren. Hunde haben sich zwar über die Jahrtausende nahezu perfekt an unseren Lebensstil angepasst. Aber sie sind immer noch Hunde. Nur wenn sie wie solche leben können, geht es ihnen richtig gut. Und wenn es unseren Hunden gut geht, können auch wir das Zusammenleben mit ihnen jede Sekunde genießen. Dann ist es einfach nur wunderschön, einen Hund zu haben.
José Arce