16/04/2025
😥
Dies ist einer der traurigen Fälle, die Fassungslosigkeit und Erschütterung auslösen.
Die kleine DÖRTHE 🩷🌈 wurde am Donnerstag während eines Spaziergangs an den Brunsbütteler Schleusen gefunden.
Tagaktiv und sichtlich hilfsbedürftig lief sie der Finderin vor die Füße.
Sie wurde in einer FFP-Maske gesichert. Not macht erfinderisch.
Am selben Tag wurde sie dann auch einer Tierarztpraxis vorgestellt, die von zwei Tierärztinnen betrieben wird. Ich weiß, dass es nicht der erste Igel ist, der dort vorgestellt wurde. Und immer wieder werden mir Igel gebracht, die dort vorbehandelt oder gar nicht behandelt wurden.
In diesem Fall gab es nur eine Infusionsspritze. Mehr nicht!
DÖRTHE mit ihren nur noch 👉 244 Gramm !!! wurde direkt wieder entlassen ohne jegliche Beratung, Untersuchung und ohne weitere Medikamente oder Aufbaupräparate.
Das hatte zur Folge, dass sie dann am Freitag im Laufe des Tages zusammenbrach. Regungslos lag sie in ihrer Box.
Am Samstag bekam ich gegen Mittag den Notruf der Finderin und die Fallschilderung zu DÖRTHE.
Sie würde nur noch liegen und nicht mehr fressen.
Eine ehemalige, große Igelstation hatte ihr am Morgen empfohlen, dem Igelkind Wärme anzubieten und ein Rührei. Auch hier ist eine vernünftige Beratung nicht erfolgt!
Ich bat die Finderin, mir unverzüglich DÖRTHE zu bringen. Sie sei ein absoluter Notfall und brauchte JETZT Hilfe.
Darauf bekam ich die Antwort, dass ihre Hündin jetzt erstmal ihre rituale Spazierrunde benötigte und sie danach dann losfahren würde, denn der ganze Morgen wäre für die Telefonate draufgegangen.
Ich als Mehrhundehalterin liebe meine Hunde wahnsinnig und ich kann das auch total verstehen, aber Kompromisse könnten für solche Notfälle eingegangen werden.
Ich schlug vor, sie doch kurz in den Garten zu lassen und hier vor Ort spazieren zu gehen, denn 500m weiter hätten wir hier einen richtig schönen Wald, der zu einem Spaziergang einlädt.
Dieser Vorschlag wurde nicht angenommen und so lief Dörthes Zeit ab.
Ich wollte die Finderin nach 1,5 Stunden kontaktieren, da klingelte es dann an der Tür.
Der Zustand dieser kleinen Maus war nicht schön und dass die Tierärztin sie der Finderin so wieder mitgegeben hatte, kann einen Igelpfleger nur fassungslos und wütend machen.
Inaktiv, unterkühlt, abgemagert, milchige Tränenflüssigkeit/Augensekret, entzündete und verpilzte Haut im Bauchbereich bis unters Kinn und auf der Stirn, Würgereiz, Bauchkrämpfe, Zecken groß/klein verteilt, Milben/Pilz auch im Stachelkleid.
Das waren ihr Zustand und Befund bei Ankunft.
Die Finderin meinte nur immer wieder im Repeat-Modus „Ich habe doch keine Ahnung! Ich kenne mich doch nicht aus! Ich weiß doch nichts über Igel!“
WARUM gibt man ihn dann nicht in liebevolle, fachkundige Expertenhände, die Ahnung haben?
Einen Fuchs, ein Wildschwein oder einen Raubvogel betreue ich doch auch nicht zu Zuhause.
☝️ ZEIT IST EIN ÜBERLEBENSFAKTOR!
Dieser wurde der kleinen DÖRTHE genommen durch das Fehlverhalten und der Ignoranz der Tierärztin. Es hätte in meinen Augen zusätzlich eine Empfehlung zu einer Igel- oder Wildtierstation erfolgen müssen.
Der Finderin kann für die nicht erfolgte Beratung durch die Tierärztin kein Vorwurf gemacht werden. Als Laie vertraut man erstmal.
DAS sind Vorfälle, die uns Stationen immer wieder begegnen und auf die wir gern verzichten würden!
Tiere, deren Zeit abgelaufen ist, denen wir aber hätten helfen können.
Und dann werden sie nur zum sterben gebracht.
Ein unnötiger Tod!
DÖRTHE ist nach vier Stunden in der Igelstube eingeschlafen 🥀🌈 🕊️.
☝️ Bitte speichert euch die Handynummer einer Wildtier- oder Igelhilfe aus eurer Nähe ab. So verliert ihr in der Not keine Zeit und habt sofort eine Kontaktadresse parat.
Kleine Maus, es tut mir so leid.
Rock:In:Paradise ♥️!