22/04/2026
Ich habe diese Fabel gerade entdeckt. Finde ich sehr treffend.
Der Mann, der Junge und der Esel
(nach Aesop / Aesop's Fables), (Grafik von unbekannt.)
Ein Mann und sein Sohn gingen mit ihrem Esel zum Markt, um ihn dort zu verkaufen.
Während sie nebeneinander herliefen, begegneten sie einigen Leuten, die sagten:
„Seht euch diese Narren an! Sie haben einen Esel und laufen zu Fuß!“
Da setzte der Mann den Jungen auf den Esel, und sie gingen weiter.
Bald trafen sie andere Leute, die sagten:
„Wie kann man nur! Der Junge sitzt bequem, während der alte Mann laufen muss!“
Also ließ der Junge den Mann aufsteigen, und der Sohn ging zu Fuß nebenher.
Nach einer Weile begegneten sie wieder anderen, die sagten:
„Was für ein herzloser Vater! Er lässt seinen kleinen Sohn laufen, während er selbst reitet!“
Da nahm der Mann den Jungen hinter sich auf den Esel, sodass beide darauf saßen.
Nicht lange danach kamen sie an weiteren Leuten vorbei, die ausriefen:
„Armer Esel! Zwei Menschen auf seinem Rücken – das ist doch Tierquälerei!“
Daraufhin stiegen beide ab und gingen zu Fuß neben dem Esel her.
Schließlich trafen sie noch mehr Leute, die spotteten:
„Was für Idioten! Sie haben einen Esel und nutzen ihn nicht einmal!“
Übersetzen wir das mal aufs Hundetraining oder auch auf Hundehaltung:
Der Mann = du als Trainer
Der Junge = dein Kunde
Der Esel = der Hund
Die Zuschauer = Umwelt, Social Media, andere Trainer, Familie
4 typischen Situationen im Training
1. „Zu streng!“
Du setzt klare Grenzen (z. B. Leinenführung, Abbruchsignal)
Kommentar von außen:
„Das ist zu hart! Der arme Hund!“
2. „Zu weich!“
Du arbeitest mit Ruhe, Management, Aufbau
Kommentar:
„Der braucht mal eine klare Ansage!“
3. „Falsch für den Menschen!“
Du forderst den Halter stärker (Timing, Konsequenz)
Kommentar:
„Das ist zu viel verlangt.“
4. „Falsch für den Hund!“
Du entlastest den Halter, strukturierst mehr über Training
Kommentar:
„Der Hund wird vermenschlicht / falsch behandelt.“
Fazit:
„Du wirst immer bewertet – egal was du machst.
Die Frage ist nicht: Was denken andere?
Die Frage ist: Was braucht dieses Mensch-Hund-Team – jetzt?“