31/08/2026
🔹Aber die Mutterhündin🔹
Im Training hört man immer wieder:
"Mach es wie eine Mutterhündin!"
Immerhin setzt die Mutterhündin Grenzen, korrigiert ihre Welpen, zeigt ihnen richtiges und falsches Verhalten und sorgt dafür, dass die Welpen lernen, sich angemessen zu verhalten.
Aber ist das so einfach?!
🔹Das gute Vorbild
Obwohl man immer davon ausgeht, dass die Mutterhündin (oder auch die eigene Mutter) immer ein gutes Vorbild ist - insbesondere für das Erlernen von Sozialverhalten- , stimmt das natürlich nicht immer.
Auch Mutterhündinnen sind nicht immer "pädagogisch wertvoll". Auch Mutterhündinnen können mal nicht passend reagieren oder eben überreagierend.
Und natürlich zeigen Hunde auch Verhalten, das uns nicht auffällt und erst die “Eskalation” springt uns dann förmlich ins Gesicht.
Und nur, weil das Verhalten und die Art, wie das Verhalten gezeigt wird, von uns als "natürlich" angesehen wird, muss es nicht automatisch kopiert werden.
🔹Andere Ziele
Eine Mutterhündin hat in der Aufzucht ihrer Welpen andere Ziele und auch andere Bedürfnisse als der Mensch.
Die Mutterhündin möchte vielleicht eine Interaktion beenden, Distanz schaffen, ihren "Unmut" ausdrücken, ...
Und ein Mensch möchte hingegen entspannt auf der Straße laufen, dass der eigene Hund keine fremden Hunde anspringt, ...
Die Ziele von einer Mutterhündin und die Ziele des Menschen sind also nicht vergleichbar.
🔹Mensch - nicht Hund
Und das Wichtigste:
✨Wir sind Menschen. Hunde sind Hunde.✨
Und genau deshalb können wir die Kommunikation und Interaktion zwischen Hunden nicht einfach 1:1 auf die Mensch-Hund-Beziehung übertragen.
Hunde brauchen auch keinen Mutter-Ersatz, der hündisches Verhalten (schlecht) imitiert, sondern eine verlässliche Bezugsperson, die vorhersehbar und vertrauensvoll ist.
🔹Aber was stattdessen?!
Anstatt sich zu fragen, was eine Mutterhündin jetzt machen würde, sollte man sich selbst fragen, was der Hund gerade braucht!
-> Braucht der Hund Abstand?
-> Braucht der Hund Unterstützung?
-> Braucht er eine Pause?
-> ...?
🔹Und Grenzen?
Natürlich heißt dieser Umgang mit dem Hund nicht, dass man keine Grenzen setzt und keine Grenzen setzen darf.
Natürlich darf man seinem Hund Grenzen setzen und Grenzen sind auch wichtig.
Aber dafür muss niemand die Mutterhündin imitieren.
Grenzen können und sollen ruhig und klar kommuniziert werden, aber auch vorhersehbar sein.
Und natürlich sollte man auch die Grenzen des Hundes akzeptieren!
🔹Fazit
Wir können bei der Interaktion zwischen Hunden viel über Kommunikation und Sozialverhalten lernen.
Aber wir müssen diese Art der Kommunikation und des Sozialverhaltens nicht übernehmen.
Und dein Hund braucht auch keine "Fake"-Mutterhündin, sondern einen verlässlichen Menschen.
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