30/12/2025
Ich kann mich nur anschließen. Vielen Dank für den Beitrag! Toll zusammengefasst! 👍
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Ganz wichtiger Beitrag von Kerstin Janßen
Vielen Dank dafür.
Sie hat noch viel mehr dazu geschrieben, was leben retten kann. Dinge, die Heike Veit auch immer erklärt.
Warum Insulin so wichtig ist – und warum frühe Zeichen einer Insulindysregulation oft übersehen werden.
Ich lebe über 40 Jahren mit Insulin.
Das macht mich nicht besonders.
Aber es hat mir etwas gegeben, das ich nutzen kann, um DIR und deinem Pferd zu helfen:
Ein tiefes Verständnis dafür, wie Insulin wirkt –
wie sensibel die Balance ist
und was passiert, wenn sie schleichend kippt.
Warum das für DICH wichtig ist.
Weil Insulinprobleme bei Pferden selten plötzlich entstehen.
Weil Laminitis oft nicht akut beginnt.
Und weil frühe Zeichen übersehen werden, wenn man nicht weiß, wonach man schauen muss.
Mein Ziel: Diese unsichtbaren Zeichen sichtbar machen –
damit DU früher handeln kannst, bevor Schäden irreversibel werden.
Meine Geschichte – kurz eingeordnet
Mit 4 Jahren wurde ich Typ-1-Diabetikerin.
Meine Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr.
Seit über 40 Jahren ersetze ich das Insulin, das mein Körper nicht selbst herstellen kann.
Zu wenig Insulin:
→ Glukose bleibt im Blut
→ Zellen verhungern trotz Zucker
→ Gefäße, Nerven und Gewebe nehmen Schaden
Zu viel Insulin:
→ Blutzucker fällt gefährlich ab
→ akute Lebensgefahr
Die Balance ist extrem fein. Jeden Tag.
Die Verbindung zum Pferd
Pferde mit EMS, Insulinresistenz oder chronischer Hufproblematik zeigen das gleiche Grundproblem:
Die Zellen reagieren schlechter auf Insulin.
Der Körper produziert immer mehr davon.
Die Belastung wirkt leise, aber dauerhaft – nicht plötzlich, nicht entzündlich, sondern schleichend.
Der entscheidende Unterschied
Beim Menschen mit Typ-1-Diabetes:
→ Kein Insulin → Zellen verhungern
→ Mit Insulin → Zellen haben Energie
→ Insulin ist lebensnotwendig
Beim Pferd mit EMS/Insulinresistenz:
→ Zu viel Insulin (Hyperinsulinämie)
→ Zellen reagieren nicht mehr richtig
→ Glukose kommt trotzdem nicht in die Zellen
→ Zellen verhungern energetisch – obwohl Zucker und Insulin im Blut sind
Dasselbe Hormon. Gegensätzliche Probleme.
Warum die Zellen beim Pferd „verhungern"
Insulin ist der Schlüssel, der die Tür zur Zelle öffnet.
Bei Insulinresistenz klemmt das Schloss.
Der Körper produziert mehr Insulin – aber die Zellen lassen Glukose nur noch langsam rein.
Ergebnis: Chronisch hohes Insulin + Energiemangel in den Zellen.
Das Pferd spürt das als:
Müdigkeit, Trägheit, Lustlosigkeit, schnellere Erschöpfung, depressive Verstimmung.
Nicht weil es „faul" ist – sondern weil seine Zellen ausgehungert sind.
Was chronisch hohes Insulin im Huf bewirkt
Insulin wirkt auch als Wachstumsfaktor.
In den Lamellen bedeutet das:
Dauerhafte Überstimulation, strukturelle Zellveränderungen, Störung der Lamellenarchitektur, schleichender Verlust der Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel.
Das ist insulininduzierte Laminitis.
Nicht laut. Nicht akut. Aber real.
Die FRÜHEN Zeichen
Nicht dramatisch. Nicht eindeutig. Genau deshalb oft übersehen.
1️⃣ Am Huf:
→ Ringbildung (Stoffwechsel war aus dem Gleichgewicht)
→ Zehe wird langsam länger, Abrollpunkt wandert vor
→ Hufe zeitweise warm (Stoffwechselstress, keine klassische Entzündung)
→ Kaum fühlbarer Puls – deshalb wirkt alles „nicht schlimm"
Nichts davon schreit nach Rehe. Und doch beginnt hier das Problem.
2️⃣ In der Bewegung:
→ Fühlig auf hartem Boden, ohne klar lahm zu sein
→ Steif nach Ruhephasen
→ Kürzere, vorsichtigere Schritte
3️⃣ Am Körper:
→ Fester, schlecht verschiebbarer Mähnenkamm
→ Fettpolster an Schweifansatz, Schulter, hinter dem Ellenbogen
→ Gewicht geht schwer runter trotz reduzierter Fütterung
Das sind keine reinen Figurfragen – sie können auf gestörte Insulinwirkung hinweisen.
4️⃣ Im Verhalten:
→ Zunehmende Trägheit, weniger Eigeninitiative
→ Pferd wirkt „lustlos" oder „in sich gekehrt"
→ Schneller erschöpft
Oft erklärt mit Alter oder Charakter.
Tatsächlich kann es mit Insulinresistenz und ausgehungerten Zellen zusammenhängen.
Wichtig: Verhalten allein ist kein Beweis für EMS.
In Kombination mit den anderen Zeichen ist es ein ernstzunehmender Hinweis.
Was du tun kannst
Früherkennung gibt dir Handlungsspielraum:
→ Fütterung anpassen
→ Weidegang kontrollieren
→ Gewicht aktiv managen
→ Insulin nüchtern messen lassen
Früherkennung bedeutet keine Panik. Früherkennung bedeutet Chancen.
Warum ich das teile
Nicht, weil ich besonders bin.
Sondern weil dieses Verständnis hilft, Veränderungen früh zu erkennen – bevor sie unumkehrbar werden.
Meine Mission:
Unsichtbare Zeichen sichtbar machen.
DIR zeigen, worauf du achten musst.
Damit dein Pferd eine Chance hat – bevor es zu spät ist.
wegen Namensnennung