05/02/2026
menschen scheint es unfassbar wichtig zu sein, "respektiert" zu werden.
und irgendwie ganz besonders von lebewesen, die ihnen kognitiv unterlegen und allein durch die lebensumstände bedingt noch dazu ziemlich ausgeliefert sind.
(wir könnten uns jetzt verbreitern über ungestillte menschliche bedürfnisse, für den menschen billige arten, an entsprechende verstärker zu kommen und ganz viel angst, in sozialen settings als dummy da zu stehen, aber das lassen wir hier nur am rande stehen...)
deshalb fùhlen sich menschen ganz schnell durch hundeverhalten auf den schlips getreten, und nicken eifrig mit dem kopf, wenn dann jemand daher kommt und ihnen erklärt, dass der hund hundedinge tut, weil's ihm an respekt mangelt, weil er "in den konflikt gehen will", und sapperlott da jetzt einen "stellvertreterkonflikt" aus dem boden stampft.
boh, geht ja gar nicht, und deshalb stürzen sich so bearbeitete menschen dann headlong in "gespräche" und "tragen konflikte bis zum ende aus", weil:
wenn der da jetzt von der decke aufsteht, braucht man sich dann nicht wundern, wenn er draußen nachbars flocki an der leine anbrüllt.
hat ja keinen respekt, wenn der mensch so ein führungs-schwachmat ist.
dieses unterschwelligen schüren von misstrauen, dieses säen einer saat, aus der nichts gutes erwachsen kann, führt nur zu folgendem:
- niemand fragt mehr, warum der hund tatsächlich etwas tut. es findet nicht einmal mehr der abklatsch einer funktionalen verhaltensanalyse statt, weil mit der konflikt-respekt-keule ja alles sowieso erklärt ist.
- hunde leben so in einem sozialen umfeld, in dem der mensch ständig in vollkommen normalen verhaltensweisen einen schwelenden konflikt erkennt, den er nachhaltig zu seinen gunsten klären muss, mit allen mitteln, weil sonst ui ui ui.
wenn dein hund von der decke aufsteht
- hat er diese vielleicht nicht als wohlfühlort für echte entspannung (nicht bewegungsfreies verharren!) kennen gelernt, oder
- braucht er vielleicht gerade mehr nähe, oder
- hat ihn etwas beunruhigt an dieser stelle, oder
- liegt er einfach unbequem, etwas schmerzt, oder
- hat er ein signal missgedeutet, oder
- hat er durst und möchte trinken gehen, oder
- hat er noch nicht gelernt, was von ihm gerade erwartet wird, oder,
- hat er durch schlechtes training gelernt, sich selbst aufzulösen, weil man ihn dort sonst verschimmeln lässt, oder
- verlangt der mensch gerade mehr, als das hundehirn zu leisten im stande ist
- oder, oder, oder...
an keiner stelle kann legitim, nachvollziehbar und belegbar behauptet werden, dein hund stünde auf, weil er als subversives element in deinem leben danach trachtet, dir selbiges durch unstillbare konfliktlust schwer zu machen.
vergessen wir nicht, dass es auch bei uns eine menge ausmacht und bewirkt, wie wir unser gegenüber sehen.