21/08/2026
Die heutige Heldin machte Bekanntschaft mit der Rasiermesser-scharfen Kante eines Schrappers🔪.
Die Wunde war so tief, dass an der linken Zehe sowohl die oberflächliche als auch die tiefe Beugesehne durchtrennt und die Fesselbeugesehnenscheide somit eröffnet wurde. Der Schnitt erstreckte sich auch über die Nachbarzehe🫣.
Nachdem klar war, dass tiefe und synoviale Strukturen betroffen waren, wurde neben der Wundversorgung auch die Schlachtung des Tieres in Erwägung gezogen. Da es sich jedoch um ein junges Tier handelte, die Verletzung erst 1h alt und die Tierärztin sehr zuversichtlich war, wurde der Wundversorgung zugestimmt.
Die gesamte Wundfläche wurde gesäubert, die Wundränder aufgefrischt und sämtliche Kontaminationen entfernt🧼. Die Fesselbeugesehnenscheide wurde gespült und die Sehnenstümpfe mit einem glatten Schnitt aufgefrischt. Anschließend wurde die Afterklaue entfernt um Totraum zu minimieren und eine potentielle Infektionsquelle auszuschließen. Der weniger tiefe Anteil des Schnittes wurde mit Klammern versorgt.
Die Wundheilung der Kuh Stina sucht, wie ihr den Fotos entnehmen könnt, seinesgleichen. Nach 6 Wochen wurde die Kuh aus der Behandlung entlassen.🥰
Das große Glück von Stina war, dass die Landwirte die Verletzung unmittelbar bemerkten und die Wundversorgung innerhalb kürzester Zeit erfolgte. Wäre dies länger unbemerkt geblieben, wäre der Ausgang vermutlich ein ganz anderer. Ein primärer Wundverschluss kann nur in den ersten 6 bis 8 Stunden nach der Verletzung erfolgen!