24/11/2018
Aus aktuellem Anlass über die Artikel in den Zeitungen zum Thema "Maulkorb und Leinenpflicht", "Alkoholkontrolle usw. Danke für den Text.
Liebe Politikerinnen und Politiker der Wiener Stadtregierung,
Ihr erlasst ein Gesetz für Hunde zum „Schutz der Menschen“ und ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll.
Eher weinen, denn Ihr wisst anscheinend nicht, was Ihr damit anrichtet oder Ihr wisst es, aber es ist Euch egal - sind ja nur Hunde und deren unbedeutende Halterinnen und Halter, die Ihr damit bis ins Mark trefft.
Abgesehen von der unsinnigen Liste, bei der ich mich bis heute frage, welche „Experten“ Ihr da wohl zu Rate gezogen haben mögt (Hundeexperten jedenfalls sicher nicht), stellt sich mir die Frage, wie Ihr vor Euch selbst rechtfertigt, Hunden eine lebenslängliche Maulkorb- und Leinenpflicht zu verordnen? Ja, ich weiß, in umzäunten Hundezonen dürfen sie frei laufen (bemerkt Ihr die Absurdität?). Hunde müssen, um umweltsicher zu werden, Ihre Umwelt erkunden können. Mit allen Sinnen und auch mit Bewegungsfreiheit.
Hunde müssen, damit sie mit anderen Hunden und Menschen kommunizieren können, auch die Gelegenheit dazu haben. Sie müssen sie einschätzen lernen und selbst eingeschätzt werden können! Hunde kommunizieren unter anderem über Mimik und über Körpersprache. Wie zum Teufel, soll das funktionieren an der Leine und mit verdecktem Gesicht.
Falls Hundezonen tatsächlich die einzige Möglichkeit dazu bieten sollen, wird es sehr bald viele sehr verunsicherte und damit wirklich unberechenbare Hunde geben, denn auf engem Raum lernt sich Höflichkeit sehr schlecht.
Hunde sind aber sehr höfliche und soziale Lebewesen. Sie wollen Konflikte vermeiden, müssen das aber durch Erfahrungen und der dadurch gewonnenen Sicherheit auch erst lernen.
Durch Ihr Gesetz nehmen sie ihnen jede Möglichkeit dazu!
Tierheime werden überquellen und kaum jemand wird die unschuldig stigmatisierten und inhaftierten Hunde je wieder raus holen.
Kaum jemand läuft sehenden Auges in die vielen Messer, die Sie der hundelosen Bevölkerung durch Ihre reißerische Anlassgesetzgebung in die Hand drücken. Bereits jetzt werden Menschen mit Hund beschimpft, provoziert und angegriffen - und das wird noch schlimmer werden.
Ich kann mich noch gut an die Zeit vor 18 Jahren erinnern, als ich selbst einen späteren Listenhund hatte und plötzlich allerorts schief angeschaut und mir mit Misstrauen begegnet wurde.
Ich frage mich, wie komme ich dazu? Ich halte mich an alle Gesetze und in 30 Jahren Mehrhundehaltung hat noch niemand durch meine Hunde oder mich auch nur einen Nachteil erlitten.
Im Gegenteil: Wir Menschen mit Hund bedienen ganze Wirtschaftszweige mit unserem Geld, das wir gern und häufig für unsere Tiere ausgeben.
Wir schützen viele Arbeitsplätze, ob Ihr das hören wollt oder nicht.
Das Wichtigste aber habt Ihr wohl beim Beschluss Eurer von geiferndem Unverstand geleiteten Gesetzesnovelle nicht bedacht. Hundehaltung ist eine emotionale Sache!
Wir lieben unsere Hunde und mehr noch, wir sehen sie als Familienmitglieder und nichts verteidigt man mit solcher Unerbittlichkeit wie seine Familie.
Wir alle sind Wählerinnen und Wähler und auch wenn man wie ich zutiefst rot-grün verwurzelt ist, macht Ihr es mir unmöglich Euch jemals wieder meine Stimme zu geben - und ich bin ganz sicher nicht die Einzige!
Der Keil, den Ihr gerade zwischen uns treibt, wird Euch irgendwann auf den Kopf fallen und ich hoffe, dass dann sämtliche Rettungshunde in Wien gerade in der Hundezone mit ihren geknebelten Kollegen feiern...